Eigentlich wäre ja wie jedes Jahr die Bärzeliskitour angesagt beim SAC Homberg, aber die Schneelage war so lamentabel, dass sich der Tourenleiter für eine Wanderung auf dem Albis entschied. Die meisten der Interessierten verzichteten dann (verständlicherweise) darauf, ein kleines Grüppchen, tout en famille, machte sich dennoch auf nach Hausen am Albis.
Zu Viert starteten wir dort, liessen das Dorf möglichst schnell hinter uns. Der Himmel war dunkelgrau, ein leichter, kalter Wind bliess. In leichtem Auf und Ab wanderten wir gen Nordwesten, bis wir den Türlersee sahen, den wir bereits ein anderes Mal passierten auf einer SAC-Biketour. Der Weg führte an Bauernhöfen vorbei, stieg dann an in Wald. Dort fanden wir etwas, was wir lange suchten: Schnee! Auf dem offiziellen Weg war es ein wenig rutschig, man musste die Füsse sorgfältig setzen. Wir erreichten die Hochwacht mit dem Aussichtsturm. Im Windschatten stärkten wir uns kurz, bevor wir den Turm bestiegen. Der Blick reichte über den ganzen Zürichsee, von der Stadt Zürich bis zum Seedamm und dahinter. Gegen Süden lag uns der Zugersee zu Füssen.
Anschliessend wanderten wir weiter südostwärts, zuerst zur Ruine Schnabelburg. Diese hatte eine wechselvolle Geschichte. Die Burg gehörte einem Zweig der Freiherren von Eschenbach. Um 1300 gerieten die Freiherren an den Rand des finanziellen Ruins. Sie sahen sich durch den Machtausbau der Habsburger bedroht. Walter IV von Eschenbach zu Schnabelburg gehörte zu den Mördern des Herzogs Albrecht von Habsburg. Die Mörder wurden anschliessend verfolgt, die Burg wurde geplündert und zerstört. Ob vollständig, kann nicht mehr eruiert werden, es scheint noch Spuren zu geben, die auf einen teilweisen Wiederaufbau und eine Besiedlung bis gegen 1400 hindeuten. Wir wanderten weiter auf den höchsten Punkt, den Bürglen mit 915 müM.
Das nächste Ziel war das Albishorn, das dankenswerterweise zugleich ein Restaurant ist. Dort wärmten wir uns auf und stärkten uns bei Suppe oder Kuchen (der Schlorzifladen ist empfehlenswert), bevor wir wieder nach Hausen abstiegen.
Ironie am Rande: In der Nacht danach schneite es bis ins Flachland.
