X-Seen-Wanderungen gibt es in verschiedenen Tourismusdestinationen. In Arosa mit seinen zehn Seen gibt es natürlich auch, reduziert auf eine Zwei-Seen-Wanderung, nämlich zum Schwellisee und zum Älplisee. Den Abschluss macht man auf der Hörnlihütte.

Mühsamer Zustieg
Noch unerfahrene Arosawanderer, starten wir um halb acht bei Sonnenschein. Es ist bereits warm und wir wandern auf dem Asphalt nach Innerarosa. Später werden wir den Gratisbus benutzen, man lernt ja laufend dazu. Wie dem auch sei, so lernen wir auch dieses Stück zu Fuss kennen. Bei der Talstation der Hörnlibahn geht die richtige Bergwanderung los, auf der Alpstrasse steigen wir hoch.
Zuerst zum Schwellisee
Eine Ziegenweide ist zwischen den Felsen angelegt, die Tiere halten das Gebüsch niedrig. Das gefällt den Klappergrasmücken und Birkenzeisigen hier. Der Weg steigt angenehm an, wenn auch ab und zu Rinder den Weg versperren, diesen aber generös freigeben, wenn wir kommen. Die Frau ist trotzdem nicht angetan von der Anwesenheit der Rindviecher. Bald erreichen wir den Schwellisee, der in einer Senke liegt. Darauf schwimmen Stockenten und natürlich Reiherenten, die Bergseen offenbar lieben. Eine Frau ist gerade dem Gewässer entstiegen und meint, es wäre sehr erfrischend. Ja, das glaube ich. Meine Begleitung findet, dass es noch cool wäre, etwas dem See zu folgen und dann querfeldein hochzukraxeln, zurück auf die Strasse.
Kleiner Schreckmoment
Da ich mich mit meiner frisch operierten Hüfte noch nicht so richtig ins Gelände getraue, kehre ich früher auf die Strasse zurück. Dort steige ich in meinem Tempo hoch, während die anderen unten noch beobachten. Bei einer Bank mache ich Pause. Als ich meine Kamera zücke und den Objektivdeckel entfernen will, stelle ich mit Schrecken fest, dass ich den verloren habe. Inzwischen kommen auch die anderen. So gehe ich nochmals die Strasse zurück, da ich eine Ahnung habe, wo ich ihn verloren habe. Prompt finde ich ihn dort, kehre erleichtert zurück. Klar, es ist nur ein kleines Plastikteil, aber abgesehen davon, dass die Linse meines Objektives nicht mehr geschützt wäre, läge wieder Plastik in der Natur rum.
Zum nächsten See
Der Weg wird nun steiler und schmaler. Und er ist abgesichert mit Drahtseilgeländer nach dem Motto „know your customer“, was in diesem Fall die Bähnlitouristen sind, die sich in den Bergen nicht auskennen. In einem Gebiet ausserhalb von Bergbahnen wäre da gar nichts abgesichert. Bald erreichen wir den zweiten See, den Älplisee. Still liegt er zwischen den Bergen. Am anderen Ende machen wir eine längere Pause. Silvan kann es aber auch da nicht lassen, auf Schmetterlingsjagd zu gehen, mit der Kamera natürlich.
Der Hörnligrat wartet
Das nächste Ziel ist die Hörnlihütte am Hörnligrat, aber ohne Matterhorn. Dazu müssen wir zuerst etwas aufsteigen, bevor es steil nach unten geht. Ich fühle mich noch etwas unsicher, bin froh, dass ich gute Bergschuhe trage. Nach dieser Senke geht es wieder aufwärts, der Blick auf Arosa begleitet uns. Murmeltiere beobachten uns. Und bald erreichen wir besagten Grat. Von dort entdecken wir eine Alpenbraunelle und einen singenden Schneesperling. Aber das Wichtigste jetzt: Die Hörnlihütte, wo wir unseren Durst stillen können. Hier endet die Wanderung, denn abwärts fahren wir mit der Gondelbahn, die mit der Gästekarte gratis ist. Und unten wartet der Bus. Wir steigen ein, er fährt ab. Perfektes Timing. Und ja, wir haben dazugelernt und uns den Rückmarsch erspart.
Info
Die Zwei-Seen-Wanderung gibt es offiziell, allerdings endet sie nicht auf dem Hörnligrat wie bei uns. Ich finde, meine Variante ist besser (bisschen Eigenlob muss manchmal sein).
| Start: | Talstation Hörnlibahn |
| Ziel: | Bergstation Hörnlibahn |
| Strecke: | Talstation Hörnlibahn – Schwellisee – Älplisee – Bergstation Hörnlibahn |
| Distanz: | 10 Kilometer |
| Höhenmeter: | 920 Meter |
| Wanderzeit: | 2 ¾ Stunden |
| Schwierigkeit: | T2 |
| Höhepunkte: | Seen, Murmeltiere, Aussicht auf Arosa und das obere Schanfigg |
