Eine gute Einstiegswanderung in Arosa ist jene der wilden Plessur entlang, dem Talfluss. Dabei kommt man am Stausee Isel vorbei, der eine ornithologische Besonderheit bereit hält. Und hier hat man viel Natur und wenig Leute.

Das Tobel runter
An diesem sonnigen Tag starten wir zeitig und steigen ins Tobel bei Schafbad ab, wo wir die Kühle und den Schatten geniessen. Wild schiesst das Wasser durch das Tal. Auf einer kleinen Lichtung findet Silvan sofort verschiedene Schmetterlinge, Orchideen blühen zahlreich.
Bald erreichen wir eine Ebene. Dort wird Kies, das angeschwemmt wird, gefördert und verarbeitet. Wir überqueren eine schwankende Hängebrücke, das Beobachten da drauf ist nicht einfach, wenn sich jemand bewegt. Die Hängebrücke überquert den Welschtobelbach, der all das Geschiebe anliefert. Durch einen lichten Wald und vorbei an einer schön blühenden Heuwiese erreichen wir den Stausee Isel.
Besonderheit am Stausee
Der Stausee Isel speist über eine Druckleitung das Kraftwerk in Litzirüti. Für uns interessant sind die grossen Nistkästen, die an Bäumen hängen und grosse Einfluglöcher haben. Ich tippe auf Waldkauz als Zielart. Auf dem See tummeln sich zahlreiche Enten, Reiherenten und – Schellenten! Diese Art ist jeweils im Winter auf unseren Seen zu Gast, zieht aber dann im Frühjahr in den Norden und Osten zum Brüten. Nicht aber diese, die leben das ganze Jahr hier und haben sogar Junge. Da kommt der Frau die Erkenntnis: Die Nistkästen sind für die Schellenten! Na klar, logisch, sie sind ja Höhlenbrüter und scheinen diese anzunehmen. Die Reiherenten sind eigentlich ebenfalls nur Überwinterer, schwimmen hier aber zahlreich herum. Auf Bergseen brüten sie auch, so auf dem Heidsee auf der Lenzerheide und auf dem Läg da Cavloc.
Abwärts nach Litzirüti
Nach der Staumauer führt eine Naturstrasse abwärts nach Litzirüti. Zahlreich sind die Bijous am Wegrand in Form von Blumen und Insekten. Tafeln weisen auf die Geschichte der Elektrizitätsgewinnung hin. Bereits 1897 wurde ein erstes Elektrizitätswerk in Betrieb genommen, dessen wenige Überresten sieht man noch im Rutschgebiet an der Plessur. In Litzirüti nehmen wir nun den Zug zurück nach Arosa, der mit der Gästekarte gratis benutzt werden darf.
Infos
Die Wanderung von Arosa nach Litzirüti ist einfach und abwechslungsreich, wenn man die Augen für die Schönheit der Natur offen hält.
| Start: | Arosa |
| Ziel: | Bahnhof Litzirüti |
| Strecke: | Arosa – Stausee Isel – Litzirüti |
| Distanz: | 7 Kilometer |
| Höhenmeter: | 45 Meter |
| Wanderzeit: | 1.5 Stunden |
| Schwierigkeit: | T2 |
| Höhepunkte: | Plessur, Stausee Isel |
