Das Schiesshorn ist der Hausberg von Arosa, mächtig erhebt er sich auf der anderen Talseite. Wir umrundeten diesen Berg auf einer abwechslungsreichen Wanderung.

Wandern im Schatten, während Arosa bereits in der Sonne ist

Vor Sonnenaufgang raus

Auch diesmal gehen wir wieder früh raus, es ist kurz nach halb sechs und noch recht kühl, also angenehm. An diesem Sonntag ist auch niemand sonst unterwegs, so dass wir unsere Ruhe haben. Es ist fast etwas zu ruhig, es machen sich kaum Tiere bemerkbar. Vielleicht zeigt sich ja ein Raufusshuhn – oder ein Dreizehenspecht, wir sind immer noch erfolglos bei der Suche. Dafür entdecke ich eine Familie Zaunkönige! Ein Wurzelstock ist ihre Bühne, sie wuseln rundherum. Bis meine Familie kommt, sind aber schon fast alle weiter.

Wir überqueren den Welschtobelbach. Dieser scheint ein wilder Geselle zu sein zeitweise, er hat ein extrem breites Bachbett. Auf der anderen Seite zeigt der Wegweiser eine Verzweigung an: „Unterer Alteiner Wasserfall 10 Minuten“ und auf die andere Seite das Schiesshorn. Da ich annehme, dass die Frau sowieso zum Wasserfall will, schlage ich diesen Weg ein.

Am Alteiner Wasserfall

Das Wasser stürzt in mehreren Kaskaden über die Felsen, um anschliessend in einem breiten Bachbett in den Welschtobelbach zu fliessen. Auch hier scheint es, dass manchmal sehr viel mehr runter kommt als jetzt gerade.

Um weiter aufzusteigen, gehen wir das Wegstück zurück, um dann dem eigentlichen Wanderweg zu folgen. Nur sehen die Frau und Silvan wieder irgendwas. Ich warte zehn Minuten, dann wird es mir zu bunt und ich gehe selber los. Wäre schade, wenn wir die Kühle des Morgens nicht nutzen würden für den steilen Aufstieg. Im Zickzack steigt der von Bergföhren gesäumte Weg an. Mit der Waldgrenze erreiche ich gleichzeitig eine Ebene. Hier mache ich mal Pause und warte. Und warte. Und warte. Irgendwann kommen die beiden auch, leider brennt jetzt die Sonne schon erbarmungslos vom Himmel.

Auf zum Pass

Die nächste Steilstufe führt uns zum Alteinsee. Etwas unerwartet grast oberhalb ein Pferd. Zum See steigen wir nicht ab, ich entdecke dort aber Stockenten und eine Reiherente, welche ich auf Ornitho melde. Später erhalte ich eine Meldung, dass dies doch eher ungewöhnlich sei und ich das beweisen soll. Wohlweislich habe ich Bilder gemacht, die gerade noch reichen als Belegfoto.

Weiter geht es auf dem schmalen Pfad. Vis-à-vis erblicken wir Arosa und das Weisshorn, vor uns erhebt sich das Schiesshorn. Bald erreichen wir den Pass. Die Frau will noch den Gipfel besteigen, ich, immer noch genervt über die Bummelei, verzichte.

Ein langer Abstieg in die Hitze

Silvan und ich beginnen mit dem Abstieg. Unterwegs hat es ein paar Teiche mit Wollgras, sie dienen wohl dem Vieh als Tränke. Darin entdecken wir Kaulquappen, vermutlich Grasfrösche. In der Zwischenzeit gesellt sich auch die Frau wieder zu uns, so beschäftigt sind wir.

Bald erreichen wir die Waldgrenze. An einem schattigen Platz legen wir eine Pause ein und warten auf den Dreizehenspecht. Der wird langsam zum Running Gag in der Familie. Aber auch hier taucht er natürlich nicht auf. Es wird immer heisser, je weiter wir nach unten kommen, zum Glück verläuft der Weg im Wald. Nach 17 Kilometer sind wir wieder zurück und geniessen etwas Kühles, natürlich wohlverdient.

Infos

Die Runde ist eine offizielle Schweiz Mobil-Tour 767.

Start: Arosa
Ziel: Arosa
Strecke: Arosa – Schafbad – Bäraried – Alteiner Wasserfall – Alteinsee – Pt. 2428 (höchster Punkt) – Furggatobel – ARA – Arosa
Distanz: 17 Kilometer
Höhenmeter: 1110 Meter
Wanderzeit: 5 ¼ Stunden
Schwierigkeit: T2
Höhepunkte: Aussicht während des Aufstiegs, Wasserfall, Seelein

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