Der erste Tag war zum Erkunden der nächsten Umgebung, und das war dann halt dieser Eichhörnliweg, für den Arosa bekannt ist. Dass Tannenhäher von diesem auch sehr angetan sind, haben wir während der Wanderung schnell herausgefunden.

Arosa-Luft schnuppern
Der Eichhörnliweg startet mitten im Dorf, geht jedoch unvermittelt in den Wald über, wie es auf dieser Höhe (wir befinden uns auf rund 1800 müM.) üblich ist in Fichtenwald. Kaum im Wald, flitzt auch schon ein erstes Eichhörnchen über den Weg. Silvan und ich zücken unsere Kameras und fotografieren drauf los. Das geht den ganzen Weg so, so dass Familien mit kleinen Kindern schneller vorwärts kommen als wir zwei. Aber das ist ja auch nicht unser Ziel. Schnell merken wir, dass es zwar Eichhörnchen hat, aber noch viel mehr Tannenhäher, diese braunen Vögel mit den weissen Punkten. Wie Wegelagerer sitzen sie auf den Ästen links und rechts des Weges, um sich dann im geeigneten Moment auf die Nuss oder was auch immer dargeboten wird zu stürzen.
Das Gute für uns: Wir können die ansonsten scheuen Vögel aus nächster Nähe fotografieren. So nah, dass wir Portraits machen können. Auch andere Vögel gesellen sich hin und wieder dazu, Kohlmeisen, Buchfinken, Amseln. Nach etwas mehr als zwei Stunden erreichen wir das Ende des Weges. Was nun?
Runter zum Obersee
Wir entscheiden uns für den Abstieg an den Obersee, wo es Enten geben soll, die hier nicht üblich sind. Wir entdecken unterwegs Alpenmeisen, eine Unterart der Mönchsmeise.

Am See setzen wir uns erst mal auf eine Bank und essen unseren Lunch, denn dazu fanden wir bis jetzt keine Zeit oder dachten gar nicht daran. Silvan kann es natürlich nicht lassen, auch während der Pause entdeckerisch tätig zu sein, so findet er Sumpf-Blutaugen, eine in der Schweiz bedrohte Pflanze.

Nach der Pause setzen wir den Weg dem See entlang fort. Bei der Bootsverleihung entdecken wir nun die raren Enten: Kolbenenten, Pfeifente, Spiessente, Löffelente und Tafelenten, eigentlich alles Wintergäste, aber hier das ganze Jahr zu Hause. Pflichtbewusst melden wir sie auf ornitho.ch, der Beobachtungsmeldestelle für Tiere. Später bekommen wir von der Meldestelle einen Hinweis, dass diese ausgesetzt wurden. Was wir nun mit dieser Information anfangen sollen, wissen wir aber nicht. Für uns wurde es jedenfalls Zeit, in die Wohnung zurückzukehren, trotz der kurzen Strecke waren wir lange unterwegs.
Es blieb nicht bei dem einen Besuch, wir gingen den Weg noch einige Male, wenn wir wieder etwas Erholung brauchten. Und natürlich gab es auch Eichhörnchenbilder.
Die Mutigsten unter den Eichhörnchen und Eichelhähern holen sich ihr Futter auch aus den Händen der Menschen.
Auch Kohlmeisen sind gerne auf dem Eichhörnliweg unterwegs, die Jungen sind dabei besonders vorwitzig und landen einem auch mal auf dem Kopf!
Info
Der Weg ist bestens geeignet für Familien, beginnt im Dorfzentrum und ist problemlos mit Kinderwagen oder Rollstuhl machbar. Man darf die Tiere füttern, aber bitte nur mit ungeschälten Hasel- oder Baumnüssen. Diese kann man in verschiedenen Läden des täglichen Bedarfs kaufen. Für Kinder gibt es zusätzlich Tafeln, auf denen einen Geschichte erzählt wird. Der Weg endet bei Maran, von man den Bus zurück ins Dorf nehmen kann.
Mehr Infos gibt es hier auf der offiziellen Seite: Eichhörnliweg Arosa
