Auf das Aroser Weisshorn gelangt man ganz einfach per Seilbahn. Das war uns aber zu banal, wir wollten zu Fuss hoch. Aber nicht erst dann, wenn die anderen auch unterwegs sind, sondern wir wollten wandern mit Sonnenaufgang.

Der Wecker geht früh ab. Sehr früh, er zeigt vier Uhr. Schlaftrunken erheben wir uns, nehmen schnell einen Kaffee und ein Müesli zu uns und starten um halb fünf. Es fängt an zu dämmern, die Berge zeichnen sich am Horizont ab. Wir geniessen die Kühle und die Ruhe des Morgens in vollen Zügen. Allmählich setzt das Vogelkonzert ein. Beim Under Sandboda ist es besonders intensiv, eine Klappergrasmücke singt aus Leibeskräften, Meisen und Fichtenkreuzschnäbel machen sich ebenfalls bemerkbar.
Die Sonne kommt
Beim Ober Sandboda dann ein Leuchten: Die ersten Sonnenstrahlen scheinen auf uns. Langsam erhebt sich die Sonne über die Berge. Was für ein magischer Moment! Ich habe es schon oft erlebt, aber es ist jedes Mal erhebend. Und um diese Zeit ist man jeweils alleine unterwegs. Fast, jedenfalls diesmal entdecken wir am Gipfel des Maraner Hauptji drei Leute, die ebenfalls den Sonnenaufgang geniessen, sie haben dort biwakiert.
Wir wandern im warmen Licht der Morgensonne weiter. Plötzlich landet in einiger Entfernung ein falkenähnlicher Vogel in einer Föhre, ein anderer fliegt aufgeregt um ihn herum. Wir schauen durch unsere Ferngläser: Ein Kuckuck! Klar, ist der Bergpieper nicht erfreut. Er fliegt davon, sieht dabei wirklich aus wie ein Falke oder Sperber. Vor besagtem Hauptji legen wir eine Pause ein auf einem der vielen Sitzbänke, die in ganz Arosa verteilt sind, lassen uns Zeit und geniessen die Aussicht.
Weiter auf den Gipfel
Über das Hauptji steigen wir auf dem Wanderweg höher. Murmeltiere sind überall zu sehen, darunter auch Junge. Der Weg ist einfach, aber je höher wir kommen, desto deutlicher sind die Spuren des Skigebietes zu sehen. Es gibt Absperrungen, fix installierte Schneekanonen und planierte Pisten, die auch im Sommer sichtbar sind. Die letzten Meter gehen wir auf so einer Piste. Auf dem Gipfel bestaunen wir das Panorama, das hunderte von Gipfeln zeigt. Darunter auch den Piz Palü, den wir vor zwei Jahren erklommen haben. Das Gipfelrestaurant öffnet um Viertel nach neun Uhr und jetzt ist es – Viertel nach neun Uhr! Bei so einem perfekten Timing lassen wir es uns nicht nehmen, einen Kaffee und einen Nussgipfel zu holen und diese an der Sonne zu geniessen. Der Abstieg wird nun easy, da nehmen wir ganz tourilike die Seilbahn.
Info
Die Tour ist technisch nicht anspruchsvoll. Es lohnt sich, früh zu starten. Die Wanderung kann man auch geführt als Sonnenaufgangswanderung machen, der Sonnenaufgang ist dann aber auf dem Gipfel (ungefähr), das heisst, man startet noch viel früher als wir es taten.
| Start: | Arosa |
| Ziel: | Weisshorn |
| Strecke: | Arosa – Prätschli – Under Sandboda – Scheidegg – Maraner Haptji – Sattelhütte – Weisshorn |
| Distanz: | 8 Kilometer |
| Höhenmeter: | 875 Meter |
| Wanderzeit: | 2 ¼ Stunden |
| Schwierigkeit: | T2 |
| GPS-Track: | Arosa – Weisshorn |
| Höhepunkte: | Landschaft, Aussicht |
