Im 2025 waren wir kaum in der Schweiz unterwegs, die Ferien verbrachten wir im Ausland (Dolomiten, Schweden, Ostfriesland) und Tages- oder Wochenendausflüge haben wir kaum unternommen. Also holten wir etwas nach zwischen Weihnachten und Neujahr, sozusagen das Grande Finale 2025.

Wetterhorn

Enten in Luzern

Die Touristen fahren wegen der Kapellbrücke, dem Wasserturm und dem KKL nach Luzern, wir wegen Enten. Unser Ziel war die „Ufschütti“ und die „Brutinsel“, die auf birdingplaces.eu beschrieben sind. Gleich beim KKL gab es ein erstes Highlight, eine Moorente zwischen den Tafelenten. Sie ist ein seltener Gast in der Schweiz, in Luzern aber regelmässig anzutreffen. Moorenten ticken offensichtlich auch nicht viel anders als asiatische Touristen, haben aber in Luzern andere Präferenzen.

Wir wandelten durch einen geschlossenen Weihnachtsmarkt, an einem Baum kletterte ein Gartenbaumläufer. Im Wasser tummelten sich auf dem weiteren Weg durch das Werftgelände Tafelenten, Reiherenten, Kolbenenten, Blässhühner und Stockenten, dazwischen auch einige Gänsesäger.

Am Ufer des „Ufschütti“ genannten Strandbades spazierte eine Bachstelze, ihr war wohl der Weg in den Süden zu mühsam, ebenso den vier Ringeltauben in den Bäumen, die eigentlich auch nicht hier sein sollten. An einem der Alleebäume suchte ein Waldbaumläufer nach Fressbarem, für diese Art auch eher ein unübliches Habitat, er bevorzugt sonst eher Nadelwälder. Auf der Brutinsel ruhten viele Vögel friedlich nebeneinander, Kormorane, Löffelenten, Blässhühner, Tafelenten und mehr, auch mindestens eine Moorente war wieder darunter.

Wir fanden, das reicht vorerst, wir gingen denselben Weg zurück. Im Bootshafen neben dem Inseli entdeckten wir eine weitere Moorente, die sich hier aus nächster Nähe präsentierte. Inzwischen war Leben in den Weihnachtsmarkt eingekehrt, dieser interessierte uns aber nach wie vor nicht. Wir strebten der Wärme eines Cafés zu und wählten jenes im KKL. Wir liessen es uns gut gehen bei Kaffee und Kuchen, bevor wir wieder den Bus nach Hause nahmen.

Im Hasliberg

Eigentlich komisch, dass wir im Dialekt „im Hasliberg“ sagen, es müsste „am Hasliberg“ oder „auf dem Hasliberg“ heissen. Aber so ist es nun mal, wir fuhren also in den Hasliberg zu unserem Club-Häuschen. Eigentlich wollten wir auf Skiern oder Schneeschuhen unterwegs sein, wir liessen aber gleich beides im Auto von Fabian, denn es hatte schlicht keinen Schnee. Nachdem wir erst mal kräftig einheizten (es war 5 Grad Innentemperatur), machten wir uns auf zu einer kleinen Wanderung. Während Fabian nach Kletterfelsen Ausschau hielt, suchten wir Tiere. Viele fanden wir nicht, Tannenhäher, Schwarzspecht und Gämsen. Aber was wir fanden: Sonne! Und das, nachdem wir seit Wochen unter einer dicken Nebeldecke waren.

Am nächsten Morgen wollte Silvan früh raus, die Frau und ich begleiteten ihn. Wir starteten in der Morgendämmerung, wieder blickten wir auf ein Nebelmeer. Der Schwarzspecht machte sich bald wieder bemerkbar. Allmählich tauchten die Gipfel ins Sonnenlicht, ehe dieses auch uns erreichte. An den Südhängen der Planplatten tummelten sich zahlreiche Gämsen. Um die Mittagszeit beendeten wir unsere zweite Wanderung.

Den Rest des Tages verbrachten wir im Häuschen, das inzwischen kuschelig warm geworden war.

Zwischenhalt am Wichelsee

Auf der Heimfahrt vom Hasliberg legten wir am Wichelsee einen Zwischenstopp ein. Hier war es wieder grau und trüb, aber dieser kurze Spaziergang tat gut. In der bereits einsetzenden Dämmerung machten sich die weissen Vögel Höckerschwan und Silberreiher besonders gut.

Der Wyna entlang nach Beromünster

Meine Liste an Vogelbeobachtungen war schon recht lang 2025. Aber ein Vogel fehlte noch, nicht der einzige, aber der häufigste: Die Wasseramsel. So wanderten die Frau und ich der Wyna entlang nach Beromünster, wie wir es schon öfters taten. Durchs Dorf marschierten wir mehr oder weniger, erst bei der Brücke zum Fussballplatz in Menziken holten wir unsere Gerätschaften hervor. Ein Graureiher stand im Wasser, liess sich von uns nicht beeindrucken. Beim Badiparkplatz der Schock: Lauter Hündeler, ein richtiger Massenauflauf! Schnell gingen wir weiter, durch das Wäldchen meiner Kindheit. Was es dazumal nicht gab: Biber! Ein angenagter Baumstamm wies unzweifelhaft auf dessen Anwesenheit hin. Im Maihuserwäldchen machte sich ein Schwarzspecht bemerkbar. Die Temperaturen waren winterlich, nur das Kleid passte nicht mit seinem Braun-grün, das Weiss fehlte eindeutig.

Und dann huschte ein Schatten über das Wasser. Die Wasseramsel! Sie setzte sich auf einen Stein, nur um sich kurz darauf in die eisigen Fluten des Baches zu stürzen. Die Wasseramsel ist der einzige Singvogel in Europa, der tauchen kann. Kurz darauf kam sie wieder an die Oberfläche, das Wasser perlte vom Gefieder ab, im Schnabel irgend ein Insekt. Kurz darauf gesellte sich eine zweite Wasseramsel hinzu. Wir spazierten an Winon und der Mühle vorbei, weiter in den Wald, wo nur einige Meter vor uns ein Wintergoldhähnchen Nahrung suchte. Der Energieumsatz dieser kleinen Vögel ist so hoch, dass sie täglich fast das eigene Körpergewicht an Nahrung zu sich nehmen müssen. Ziehen sie trotzdem mal nach Süden, können sie pro Tag bis zu 240 Kilometer zurücklegen. Eine unglaubliche Leistung dieses vier bis acht Gramm leichten Vögelchens.

Auf der restlichen Strecke machten wir keine besonderen Beobachtungen mehr, dafür wartete das Fläckekafi, wo wir uns aufwärmen und stärken konnten.

Um den Klingnauer Stausee

Am zweitletzten Tag des Jahres wollten wir nochmals an den Klingnauer Stausee, bevor die Vögel vom Geknalle vertrieben werden (Note: Bitte bei der Feuerwerksinitiative JA stimmen!). Am Vorabend fragte ich Claudia, eine Arbeitskollegin, spontan, ob sie Lust hätte uns zu begleiten, da sie mich schon mal deswegen angefragt hat. Zu meiner Überraschung sagte sie zu, so dass wir uns im Zug in Turgi trafen. In Döttingen starteten wir zu Viert unsere Runde um den Klingnauer Stausee. Schon von der Brücke aus gab es einiges zu sehen, Schnatterenten, Reiherenten und Haubentaucher. Ein Baum ragte waagrecht in die Aare und darauf waren – zwei Füchse! Sie schienen ihren Frieden zu haben dort. Vom Spazierweg aus erblickten wir Silberreiher und Graureiher, ein Biber schwamm vorbei.

Bei der Beobachtungswand hielten wir nach einem heimlichen Vogel Ausschau. Irgendwo musste sich eine Rohrdommel versteckt halten. Nach einigem Suchen fanden wir sie mit dem Fernrohr, von blossem Auge war sie praktisch nicht zu sehen.

Vom Beobachtungsturm aus sahen wir im ersten Moment nichts Spannendes. Dort, wo sich sonst die Limikolen tummeln, war gar nichts zu sehen, ein grosser Teil des Gewässers hier war zugfroren. Plötzlich ruft Silvan: „Singschwäne!“ Tatsächlich schwammen zwei der bei uns nur überwinternden Vögel in einiger Entfernung umher.

Wir verliessen den Turm wieder und gingen weiter, entdeckten noch mehr Enten: Löffelenten, Krickenten, Tafelenten, Brandgänse Spiessenten und Gänsesäger hielten sich auf dem Wasser auf. Endlich entdeckten wir auch ein paar Limikolen, Bekassinen. Und etwas weiter unten auch Grosse Brachvögel. Ein Blick in den parallel verlaufenden Kanal lohnt sich immer. Dort entdeckten wir die sonst sehr heimlich lebenden Wasserrallen, auch Eisvögel schwirrten den Kanal hoch und runter.

Wir überquerten das Stauwehr und spazierten auf der anderen Seite hoch. Auf halbem Weg wollte Silvan links abzweigen, da sich dort auch noch Feuchtgebiete befanden. Bis auf ein paar Silberreiher und Stockenten fanden wir nichts. Zurück auf dem Damm, strebten wir nun zügig Döttingen zu. Die Füchse auf ihrem Baum waren auch jetzt noch dort, sie schliefen seelenruhig, während daneben entspannt ein Kormoran sass. Offensichtlich hatten sie keinen Hunger. Wir aber schon, so strebten wir dem unvermeidlichen Ziel entgegen: Dem Café.

Eine allerletzte Biketour

An Silvester wollte ich noch etwas in Sursee erledigen, also plante ich eine Biketour dort hin. Gut, planen ist übertrieben, denn es war mehr oder weniger mein Arbeitsweg. Der Unterschied war, dass mich die Frau und Fabian begleiteten. Ich konnte ihnen einige neue Wege zeigen und wir konnten endlich wieder mal „plein soleil“ geniessen.

So beendeten wir das Jahr ziemlich aktiv. Ich bin gespannt, was das neue Jahr bringt, aber ich habe schon gewisse Ahnung, dass es nicht mehr so aktiv sein wird wie das vergangene. Aus Gründen.

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