Normalerweise machen wir unsere Ferien nicht in Orten mit grosser touristischer Infrastruktur. Da ich im Frühling eine Hüft-OP hatte und nicht wusste, wie es im Sommer läuft (Spoiler: sehr gut), planten wir sie in einem Gebiet, wo wir notfalls auch auf Bahnen zurückgreifen könnten. Deshalb suchten wir die Natur in Arosa.

Wo finde ich die Natur?
Kurz gesagt dort, wo keine Bahnen fahren und im Winter keine Skipisten durchführen. Da ist das Gebiet ums Hauptji und die Prätschseen ideal. Bergweiden und Hochmoore dominiere, es gibt nur eine extensive Beweidung. Dort finden wir die Klappergrasmücke:
Diese Grasmücke findet man bei uns im Unterland nur selten, wenn, dann vor allem zur Zugzeit. In den Bergen ist sie hingegen relativ häufig, aber eben auch unauffällig. Wer Augen und Ohren offen hat, wird sie aber entdecken und sich freuen über die Begegnung.
Ein weiterer Vogel, dem man dort begegnen kann, ist der Baumpieper. Sein Balzflug ist markant, er steigt hoch, immer singend, und lässt sich dann fallen, die Flügel wie ein Fallschirm ausgebreitet, und landet meist auf einem Baumwipfel.
Es lohnt sich allerdings, den Blick auch auf den Boden zu richten, dann kann man mit etwas Glück den wunderschönen Gold-Laufkäfer entdecken. Dieser hier war am Morgen früh noch ganz steif, so dass ich ihn gut fotografieren konnte. So schön sie auch aussehen, sie sind wahre Killermaschinen! Für uns Menschen natürlich völlig harmlos, aber kleines Getier hat es schwer um ihn, da hilft auch kein wegrennen, denn er ist unglaublich schnell. Auf unsere Grösse umgerechnet, müsste wir ungefähr 600 km/h rennen! Deshalb hält er immer wieder inne, um sich zu orientieren. Ein wirklich faszinierendes Tier.
Auch Libellen kann man entdecken, wie diese Kleinen Moosjungfern. Wie der Gold-Laufkäfer sind auch Libellen hocheffiziente Jäger. Während Greifvögel und Raubtiere mehrere Fehlversuche haben können, bis sie erfolgreich sind, haben Libellen eine Quote von 90 – 95 %! Die Opfer haben praktisch keine Chance, der Libelle zu entkommen. Allerdings können sie auch selber zur Nahrung werden, der Baumfalke zum Beispiel verspeist gerne Libellen.
Auf dem Eichhörnliweg
Geradezu prädestiniert ist natürlich der Eichhörnliweg, den ich schon beschrieben habe und deshalb nicht näher darauf eingehe. Nebst den putzigen Tieren gibt es auch Vögel, die Beachtung verdienen.
Schmetterlinge
Richte mal den Blick auf den Boden, auf eine Wiese, auf die Blume am Wegrand. Dort findest du überall Schmetterlinge. Man muss sie gar nicht zwingend alle kennen (tue ich auch nicht, dafür habe ich meinen Sohn, der das weiss). Aber erfreuen kann man sich sowieso.
Blumen
Und natürlich gibt auch viele Blumen. Deren Vorteil ist, dass sie nicht abhauen und man sie in Ruhe bestaunen kann. Anfangs Juli fanden wir unter anderen diese Prachtexemplare:
Andere Bewohner
Regnet es, gefällt das ihm: Dem Alpensalamander.

Und natürlich gibt es auch Murmeltiere! Diese findet man überall und sind die Lieblinge (nebst den Eichhörnchen) der Besucher. Eigenartigerweise wollen die Leute immer nur Säugetiere sehen, die anderen Tierklassen interessieren wenig oder nicht. Zeit, das zu ändern!

Um ein komplettes Naturerlebnis zu haben, empfiehlt sich ein gutes Fernglas. Einige hundert Franken sollte man dafür schon ausgeben, um auch wirklich Freude daran zu haben. Lass dich im Fachgeschäft beraten.
