Bereits zum dritten Mal hat das Team Vanelli mitgemacht am Birdrace. Wir haben es dabei mit einer Taktikänderung versucht – und Erfolg gehabt damit.

Die Vanellis machen Pause

Das Birdrace beginnt jeweils am Freitagabend um 21 Uhr. Wir nutzten diese Zeit beim ersten Mal, um in den Wald zu gehen. Mehr als eine Ringeltaube resultierte nicht, dafür hätten wir nicht raus müssen. Beim zweiten Mal gingen wir zum Uhu, fanden dann, dass wir auch am Samstagabend noch hätten hingehen können, dann hätten wir auch noch die Alpensegler gehabt.

Kurzer Abend, früher Morgen

Deshalb setzen wir uns beim Start des Birdraces nur kurz in den Garten. Und horchen. Nix. Kein Waldkauz, Heuschrecken zählen nicht. Wir gehen lieber schlafen, denn der morgige Tag wird lang.

Den Waldkauz hofften wir am nächsten Morgen beim Marsch durch den Wald nach Beinwil zu hören. Aber da ist nix. Nur wieder das Flattern einer Ringeltaube, aber die werden später garantiert noch sehen. So fahren wir durch die Nacht nach Koblenz. In der Morgendämmerung versuchen wir bereits, Vögel zu identifizieren, was uns zum Beispiel mit den Strassentauben in Brugg gelingt. Als wir in Koblenz aussteigen, ist es schon hell. Wir suchen diesmal zuerst das Giriz auf, einen Auenwald. Dieser Schwenker lohnt sich, können wir hier doch Seidenreiher, Nachtreiher, Flussuferläufer, Eisvogel und Hohltaube auf die Liste setzen. Das ist doch schon mal ein vielversprechender Start.

Ein Ruf, der uns aufhorchen lässt

Beim Eisenbahnviadukt können wir unsere Liste mit Gänsesäger, Stockente, Kormoran und anderen häufigen Wasservögeln ergänzen. Nach dem Viadukt hören wir einen Ruf, den wir noch nie gehört haben. Silvan kommt als Erster drauf: „Das muss ein Regenbrachvogel sein!“ Wir hören uns den Ruf in der Kosmos-App an: Tatsächlich, genau so tönt er! Einer mehr auf der Liste, auch auf meiner persönlichen All-Time-Watchlist (kommt trotzdem drauf, auch wenn ich ihn nur gehört habe). Beim Kraftwerk machen wir mal eine Pause und stärken uns, immerhin sind wir schon fast vier Stunden unterwegs.

Im Gippinger Grien

Weiter geht es im Gippinger Grien. Wir durchstreifen das ganze Gebiet. Am alten Aarelauf entdecken wir einen Waldwasserläufer. Eisvögel hat es überall, wo es Wasser hat. Hoch in den Bäumen entdecken wir zwei Kernbeisser. Auch ein Mittelspecht präsentiert sich schön an einem abgestorbenen Baum. Auf den Gewässern schwimmen zahlreiche Enten, Schnatterente, Zwergtaucher, Krickente und Stockente. Nach dem erfolgreichen Rundgang kehren wir zurück auf den Weg am Klingnauer Stausee.

Dem Klingi entlang

Dort finden wir auch endlich die Haussperlinge. Im flachen Gewässer finden wir auch die Limikolen: Bruchwasserläufer, Grosse Brachvögel, Alpenstrandläufer, Zwergstrandläufer, Grünschenkel und mehr. Und nebst den anderen Möwen auch vier Schwarzkopfmöwen, für mich eine Erstsichtung. Am Klingi lohnt sich auch immer ein Blick auf die andere Seite des Dammes, dort finden wir auch wieder Eisvögel, ein Teichhuhn, einen Gartenrotschwanz und eine Klappergrasmücke. Da kommt eine Gruppe Kinder daher, begleitet von einer erwachsenen Person. Es stellt sich heraus, dass sie von der Jugendgruppe Natrix sind und ebenfalls am Birdrace mitmachen. Wir zeigen ihnen den Gartenrotschwanz, der ihnen offensichtlich noch fehlt, sie freuen sich riesig.

Wir besteigen den Turm, allerdings nur die zweitoberste Plattform, denn es hat unerwartet begonnen zu regnen. Auch die Natrixgruppe kommt hoch. Wir geben ihnen noch weitere Tipps und sie kommen in ein Dilemma, ob sie den ganzen Weg wieder zurückgehen wollen oder nicht. So weit ich es mitbekommen habe, haben sie sich dafür entschieden. Wir haben für den Moment genug gesehen und streben dem Bahnhof Döttingen zu. Unterwegs können wir noch einen Baumfalken notieren und natürlich legen wir einen Halt in der Bäckerei am Kreisel ein, um etwas Proviant mit auf den Heimweg zu kaufen.

Durch Wald und über Felder

Wir reisen nun zurück nach Beinwil, notieren unterwegs noch Alpensegler. Von Beinwil wandern wir durch den Wald, um diese Arten auch noch abzuhaken. Vorher entdeckt aber Silvan noch einen Wespenbussard, mein erster in diesem Jahr. Oben, im Landwirtschaftsgebiet der Lüsch, entdecken wir in einer Hecke vier Braunkehlchen. Auch die Feldsperlinge zeigen sich hier, eine Art, die bisher noch gefehlt hat. Wir gehen durchs Dorf zurück, entdecken aber keine weiteren Arten mehr für die Liste. Zwar hören Silvan und die Frau eine Bachstelze, ich jedoch nicht, so dass die Art nicht zählt. Tja, das Gehör lässt nach. Zu Hause verweilen wir nur kurz, schwingen uns auf unsere Räder und fahren an den Ort, wo die zweitletzte Art zu Hause ist. Wir suchen die Gegend ab und bald erhebt er sich aus der Wand und fliegt davon: Der Uhu! Inzwischen ist es dunkel geworden, wir fahren auf die andere Seite des Waldes und hoffen auf die letzte Art. Wir lauschen, und tatsächlich, da ruft er. Meldete er sich am Morgen noch nicht, so können wir ihn jetzt hören, den Waldkauz, zehn Minuten, bevor das Birdrace um 21 Uhr zu Ende geht. Er ist die 87. Art auf unserer Liste, ein neuer Rekord für uns.

Die letzten Minuten des Birdraces

28 Kilometer legten wir zu Fuss zurück, 8,5 Kilometer mit dem Fahrrad. Es war wieder ein langer und interessanter Tag, den wir genossen. Selbstverständlich wollen wir nächstes Jahr auch wieder dabei sein, vielleicht spendet ja dann ein Leser, eine Leserin des Blogs, wir würden uns jedenfalls freuen. Und herzlichen Dank an jene, die diesmal schon gespendet haben.

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